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Eigene bildnerische Tätigkeit:

Zeichnungen, Malerei, Objekte
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Entwicklung und Konzepte:

Seit rund 50 Jahren arbeite ich an Zeichnungen und Malerei und übe dies seit 2008 nebenberuflich aus. Vorläufer waren medizinische Illustrationen 1966-1970, die 2017 erstmals in Erlangen gezeigt und 2020 vom Medizinhistorischen Museum Hamburg übernommen wurden. 1968-1974 kamen Zeichnungen hinzu, die dem phantastischen Realismus nahe stehen.

Seit 1968 stehen abstrakte Figurationen, Gestalten und Szenerien im Mittelpunkt. Im Sinne eines "ungegenständlichen Phantasmus" knüpfe ich seit 1968 an WOLS und das deutsche Informel an.
Ich arbeite auf Papier mit Aquarell, Tusche, Gouache, Mischtechniken und Collagen.





Ein neuer bildnerischer Anlauf führte 2012 zu meiner Arbeit mit Fundstücken, die eine besondere Geschichte mitbringen:


Löschpapierprojekt:

Ich verwende als objets trouvees Löschpapiere mit ihren authentischen Tintenspuren, die sich auf alten Löschrollern oder -Wiegen erhalten haben. Meine Fundstücke stammen vom eigenen Schreibtisch, von Freunden und Bekannten, von privaten und öffentlichen Schreibtischen. Die Geber nenne ich öffentlich nicht. Die Löschpapiere offenbaren mit ihren Gebrauchsspuren eine überraschende individuelle Zufallsästhetik. Ich umgebe sie in Collagen, seit 2016 auch Objekten und Assemblagen (Holz, Metall u.a.) und mache dazu ungegenständliche Bildaussagen. Manchmal enthalten diese Hinweise auf die Herkunft der Löschpapiere. So werden sie in einem "second life" neu inszeniert.Ich sammele weiter Löschpapierstreifen und freue mich, wenn ich Proben zur bildnerischen Weiterverarbeitung erhalte.



2016 habe ich das Projekt im Sinne einer minimalistischen Performance erweitert und Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Veranstaltungen  gebeten, sich in ein Gästebuch einzutragen. Die Spuren auf dem Löschpapier erinnern an die Veranstaltung. 2016 schuf ich das "Offene Goldene Buch der Stadt Wunstorf." Auf Einladung des Bürgermeisters durften alle Anwesenden sich beim Neubürgerempfang der Stadt im Ratssaal feierlich eintragen. Mit Füllfederhalter und Löschwiege gab ich den "Protollbeamten". Am 29.5.2022 habe ich die Aktion anlässlich des 1150-jährigen Jubiläums Stift und Stadt Wunstorf in der Stiftskirche wiederholt.

Offenes Goldenes Buch Wunstorf Bericht 2016-8-5.pdf

Eine ähnliche Aktion habe ich am 10.2.2017 bei der Abschiedsvorlesung von Prof. Dr. Winfried Neuhuber im Anatomie-Institut in Erlangen durchgeführt: Rund 200 Anwesende schrieben sich in ein Gästebuch ein. Ihre mit Tinte geschriebenen Unterschriften hinterließen ihre Spuren auf kleinstem Raum in einem Löschpapierstreifen. Gerade hier wird ein systematisch geordnetes Zufallsgeschehen sichtbar.

Projektbericht 2017-4-7 zum Gästebuch WN Erlangen.pdf

                                                                    Gästebuch W. Neuhuber, Anatomie Erlangen 2017

Eine Fortsetzung fand die Reihe der Gästebücher 2017 in Berlin bei der International Psychoanalytic University IPU. Das Logo der IPU ist eine Couch in Orange. Der Buchdeckel wird zum Passepartout.
So nehmen die Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytiker mit ihrer Signatur "auf ihrer Couch Platz.."  
















https://www.facebook.com/ipuberlin/photos/minimalistische-performancekunst-bei-ipu-symposiumprof-dr-andreas-spengler-ist-n/1504763749560749/

Einzelausstellungen:

6 /  1968    Haus Villigst, Schwerte
1 /  1969    Galerie Töpferscheibe, Nürnberg
7 /  1970    Galerie Libresso, Hamburg
1 /  1974    Produkt Galerie, Hamburg
5 /  2008    Ärztehaus Hannover  
8 /  2009    Stadtkirche Wunstorf
5 /  2011    Ev. Akademie Loccum
11 / 2013   Kassenärztliche Bundesvereinigung, Berlin
5 /  2014    Tagungszentrum der Ev. Kirche von Westfalen Haus Villigst
9 /  2014    Bildungs- und Tagungszentrum HVHS Springe
5 /  2016    Ehemalige Synagoge, Ahrweiler
3 /  2017    Anatomisches Institut, Universitätsklinikum Erlangen
10 / 2017   Künstlerhaus KUNO Nordstemmen
5 /  2018    Kunstkreis Kloster Brunshausen, Bad Gandersheim
12 / 2019   Anatomisches Institut, UK Eppendorf, Hamburg

Ausstellungsbeteiligungen, Ausstellungen zu zweit: J = juriert

11 / 1969        Jahresschau Bergischer Künstler, Wuppertal  J
12 / 1970        Jahresschau Bergischer Künstler, Wuppertal  J
11 / 2011        Titelbildwettbewerb Psychiatrische Praxis, Thieme-Verlag  J
9 / 2013         MHH Kunstforum Hannover mit Martina Rick
2 / 2015         Galerie Intermezzo, Kunstverein Barsinghausen
3 / 2015         Kunstscheune Steinhude (mit Marga Falkenhagen)                   
4 / 2015         Asklepios Fachklinikum Göttingen
7 / 2015         Forum Stadtkirche Wunstorf: Kunst im Turm 
1 / 2016         Jahresgaben Kunstverein Neustadt / Rbg. J
4 / 2017         Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Bibliothek Hannover (mit Hans Burkardt +)
9 / 2018         Kunstgalerie Rathaus Fürstenwalde: Miniatur in der bildenden Kunst  J
10 / 2019       Künstlergruppe arche, Hameln, Herbst 2019  J
12 / 2019       Künstlergruppe arche, Hameln, Das kleine Format 2019
1 / 2020        Jahresgaben Kunstverein Neustadt / Rbg.  J                                                      
10 / 2020       Künstlergruppe arche, Hameln, Herbst 2020  J
6 / 2021        Forum S15, Hannover  J
7 / 2021        Künstlergruppe arche, Hameln, Sommer 2021  J
4 / 2022        Künstlergruppe arche, Hameln, Frühjahr 2022  J
7 / 2022        Eisfabrik, Hannover
in Vorbereitung 8 / 2022 Künstlergruppe arche, Hameln, Jubiläumsausstellung 70 Jahre

seit 2015  Artothek, Kunstverein Neustadt / Rbg.   http://www.kunstverein-neustadt.de/artothek/     

öffentlich:

2001 Mahnmal zum Gedenken an NS-Deportationen, Park der KRH Psychiatrie Wunstorf
2016, 2017, 2017, 2022 Löschpapier-Performances Wunstorf, Erlangen, Berlin, Wunstorf
2020 Zeichnungen aus Anatomie und Pathologie, Medizinhistorisches Museum Hamburg        

Publikationen, Berichte, Mitgliedschaft

Andreas Spengler, 2015, Als Arzt und Künstler im Dialog mit Patienten und Werken,
In: Otto Neumaier (Hg.): Grenzgänge zwischen Wissenschaft und Kunst.
Wien - Berlin - Münster, LIT Verlag, Seiten 69-80
(Österreichische Forschungsgemeinschaft ÖFG, AG Wissenschaft und Kunst: Wien, 17.11.2013)

Angelika Otto: Künstler und Kollege. NeuroTransmitter 28, April 2017, Seiten 56-57. ISSN 1436-123X 
Aufruf des Heftes im Internet mit den Suchbegriffen "BVDN Neurotransmitter Archiv"

Psychiatrische Praxis 2015: 42 Titelbild "18-09" - Kurzbericht S. 50

NeuroTransmitter Oktober 2008, Seiten 86-88

Medizin + Kunst  20, IV.Quartal 2008,S.20, Dr.Schilke Med.Verlag  B13288

2022 Künstlermitglied in der Künstlergruppe arche e.V., Hameln

Künstlerbuch:

Unter dem Titel "pictor doctus - Fünf Jahrzehnte Zeichnung und Malerei" habe ich 2017 einen Bildband über meine Arbeit seit 1966 mit ausgewählten Kapiteln herausgegeben.

Erstmals sind medizinische Illustrationen aus frühen Studienjahren zu sehen. Die Retrospektive umfasst Aquarelle nach 1968 bis zu aktuellen Arbeiten mit Löschpapieren.

Prof. Dr. W. Neuhuber, Anatomisches Institut Erlangen, steuert einen Essey über Kunst und Anatomie und über meine Arbeit bei.

ISBN 978-3-00-055610-4, Selbstverlag.
(Hardcover, 64 S.), nummerierte limitierte Auflage 450


Eigene Arbeiten

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Anatomische Illustrationen,
Buntstift, Tinte, um 1967
Medizinhistorisches Museum Hamburg (2020)

Objektplastik mit Löschpapier (2015)  

Die Tintenspuren stammen aus den Grundbucheinträgen einer Kleinstadt in Niedersachsen

 Collage mit Löschkärtchen, 2016


5-10   Gouache-Mischtechnik 2010

   "Stadt" 
   Aquarell (1968) 

   Rathaus Stadt Wunstorf

"struggle for life and life is fun"
Federzeichnung (1969)

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Psychiatrische Kunstgeschichte: Publizistik und Ausstellungsmanagement
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2009-2010 "Elementarkräfte - Schaffen und Werk psychiatrieerfahrener Künstler über 100 Jahre"

Die Ausstellung wurde im Gründungsjahr des Bündnisses gegen Depression in der Region Hannover 
mit Prof. Siegfried Neuenhausen und Lothar Schlieckau sowie Kulturbüro Hannover
vom 25.4.bis 30.5.2010 in der Städtischen Galerie KUBUS, Hannover präsentiert und
durch ein Veranstaltungsprogramm ergänzt.

Katalog: Andreas Spengler, Siegfried Neuenhausen, Lothar Schlieckau, Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover (Hg.)
Elementarkräfte - Schaffen und Werk psychiatrieerfahrener Künstler über 100 Jahre. Psychiatrie-Verlag Bonn, 2010, ISBN 978-3-88414-599-9 http://www.elementarkraefte.de   

2012 Mitwirkung bei der Organisation der Ausstellung "VerrücktinForm", 6.7.-31.7.2012 im Ärztehaus Hannover - gleichnamiger Katalog mit Aufsatz zum Thema (Pressestelle der Ärztekammer Niedersachsen)

2009 Projekt Julius Klingebiel (1904-1965)

Mit meinen Kollegen Dr. Koller in Göttingen und Dr. Hesse in Moringen
engagiere ich mich seit 2009, um das Leben und das Werk des Psychiatriepatienten
Julius Klingebiel aufzuarbeiten. Der 1939 akut psychisch erkrankte Schlosser
und Wehrmachtsangehörige wurde polizeilich über Langenhagen in die Provinzial-Heil-
und Pflegeanstalt Wunstorf verlegt. Er wurde 1940 durch eine Zwangssterilisierung
Opfer der NS-Psychiatrie und 1940 für die T4-Tötungsaktionen gemeldet. Er wurde
in das Landesverwahrungshaus Göttingen verlegt. Sein Name erschien nicht auf den Deportationslisten, und er überlebte unter nicht geklärten Umständen. Nach dem Krieg
blieb er geschlossen untergebracht, ohne daß dies je richterlich genehmigt worden
wäre, auch als diese Genehmigung längst gesetzlich vorgeschrieben war. Er kam zurück
in das Verwahrungshaus.

1951-1963 malte er seine Zelle 117 vollständig aus und schuf ein komplexes
Kunstwerk, das heute der sog. Außenseiterkunst zugerechnet wird und in der
Kunstwelt als solitäres, bedeutendes Zeugnis aus der Nachkriegszeit gilt.
Klingebiel hinterließ auch Einzelgemälde, von denen heute 19 bekannt sind.

Das 2016 geräumte Gebäude gehört dem Land Niedersachsen. Die Zelle ist
als Einzelbaudenkmal anerkannt und nicht öffentlich zugänglich.
Projektträger ist der Förderverein Sozialpsychiatrie Moringen e.V. (Vors. Dr. D. Hesse).
Wir engagieren uns für den Erhalt und die dauerhafte öffentliche Präsentation der Malerei.

Homepage

https://www.julius-klingebiel.de (Neuauflage 2020).
Die Seite bietet einen breiten Überblick über Leben und Werk und dokumentiert Hintergründe, Publikationen, Medienreaktionen, Ausstellungen und aktuelle Veranstaltungen.

Musik

In Zusammenarbeit mit dem KlangForum Heidelberg unter Leitung von Prof. Walter Nußbaum https://klangforum-heidelberg.de/ konnte ich 2014 die Idee einer Übersetzung von Klingebiels Schicksal und Werk an den Wiener Komponisten Clemens Gadenstätter herantragen und bei der Konzeption seines Werkes kunst- und psychiatriehistorisch beraten.
Seine Komposition "die zelle" für neun SängerInnen, Ensemble und Elektronik kam am 24.10.2020 in Heidelberg zur Uraufführung (45 Minuten) und wurde in Karlsruhe, Göttingen, Hannover und Oldenburg aufgeführt.

Fotoimpression:

Naturalistischer Eindruck beim Betreten der Zelle
(c) Land Nds. (c) Andreas Spengler 2013
Der Lichteinfall veränderte sich im Tageslauf und im Wechsel der Jahreszeiten und beeinflusst die Wirkung der Wandmalerei.